{"id":199,"date":"2016-10-19T00:04:01","date_gmt":"2016-10-18T22:04:01","guid":{"rendered":"http:\/\/aichingerhaus.at\/?page_id=199"},"modified":"2016-10-28T09:30:18","modified_gmt":"2016-10-28T07:30:18","slug":"nachmittagskino-nach-ilse-aichinger","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verschuetteten.aichingerhaus.at\/?page_id=199","title":{"rendered":"Nachmittagskino. Nach Ilse Aichinger"},"content":{"rendered":"<p>\u201c<i>Nichts wird von Zwischenzeiten erwartet. Vielleicht deshalb retten sie, was m\u00f6glich ist: Fetzen im Herbstwind, Filme, die Erinnerung.\u201d<\/i><\/p>\n<p><i>&#8211; Ilse Aichinger<\/i><\/p>\n<p>Das <i>Nachmittagskino<\/i> wird wohl kaum zum Kontrapunkt des schrillen Mitternachtskinos der 1970er gen\u00fcgen. Der Nachmittag ist gew\u00f6hnlich, unspektakul\u00e4r. Keine Uhrzeit f\u00fcr Superlative, keine, um Programme zu verwirklichen. Wenn man sich \u00fcberhaupt f\u00fcr ihn interessiert, vielleicht gerade die \u201cbessere Tageszeit\u201d, wie ihn die Wiener Autorin Ilse Aichinger mit Zur\u00fcckhaltung ehrt. Was wird er bringen? Wenig, was man nicht schon kennt und eventuell weniger, als man erwarten w\u00fcrde.<\/p>\n<p><i>Nachmittagskino. Nach Ilse Aichinger<\/i> ist entstanden aus der Besch\u00e4ftigung mit Filmen, die Ilse Aichinger in ihren Standard-Glossen erw\u00e4hnt und will doch kein <i>Best of<\/i> oder <i>Most important<\/i>-Programm produzieren. Ilse Aichinger enth\u00fcllte mit ihrer w\u00f6chentlichen T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Wiener Tageszeitung <i>Der Standard<\/i> einem breiten Publikum ihre enorme Begeisterung f\u00fcr Film und Kino, deren Anf\u00e4nge bis in die Vorkriegszeit reichen. Der Film und das Kino als Orte des Verschwindens werden dabei stets zusammengedacht. Daher ist es m\u00f6glich, dass durch die Glossen eine Topographie der Wiener Kinos aufscheint, die aber nicht den gegenw\u00e4rtigen Stand einf\u00e4ngt, sondern die Ver\u00e4nderung dieser \u201cKinolandschaft\u201d, den Gassen zwischen den Kinos und ihr Verschwinden, verzeichnet. Film wird nicht nur durch den Bezug auf die Kinos in der \u201cWelt\u201d verankert, sondern auch durch die Zuwendung zur eigenen Biographie und der von Schauspielern: den Wegen zum Film. Dadurch ergeben sich eine eigenwillige Auswahl und \u00fcberraschende Zusammenh\u00e4nge, die eine blo\u00df cineastische Perspektive auf Film kreuzen und als Dokumente einer (fast hundertj\u00e4hrigen) Leidenschaft f\u00fcr Kino und Film gesehen werden k\u00f6nnen. In den Glossen, die keinen Mustern der Filmkritik zu folgen scheinen, klingt an, was es hei\u00dfen k\u00f6nnte, mit und f\u00fcr Filme zu leben, Kinog\u00e4nger*in zu sein.<\/p>\n<p>Das Ilse-Aichinger-Haus sucht mit <i>Nachmittagskino. Nach Ilse Aichinger<\/i> jenes unaufl\u00f6sliche, leidenschaftliche oder anarchische Moment in Ilse Aichingers Kinogehen und Schreiben. <i>Nachmittagskino<\/i> will nicht Programm machen und ist doch kein ikonoklastisches Anti-Programm, allenfalls der Versuch das Unumg\u00e4ngliche nicht zu akzeptieren. Gesucht wird die Weite, die doch nicht zuf\u00e4llig ist, die sch\u00fcchterne Ber\u00fchrung des Beliebigen und die Freiheit Zusammenh\u00e4nge zu bilden oder fort zu bleiben. Die Fl\u00fcchtigkeit von Lichtern auf Leinw\u00e4nden. Ergo Ilse Aichinger am Nachmittag.<\/p>\n<p>Die Vorf\u00fchrung zweier Filme an einem Nachmittag zielt demnach nicht auf die Rekonstruktion von Bez\u00fcgen, dazugeh\u00f6rigen Textstellen oder Aichingers Intentionen. Die Filme sind trotz Allem und Aichinger auch immer Filme \u2013 und als solche ragen sie aus den um sie verfassten Glossen. Das <i>Nachmittagskino. Nach Ilse Aichinger<\/i> will in diesem Sinne die Filme in ihrer Unabh\u00e4ngigkeit sich als Filme zusammen (wieder) entdecken lassen und sie miteinander ins Gespr\u00e4ch setzen: Unterhaltung.<\/p>\n<p>Die Filmschau <em>Nachmittagskino. Nach Ilse Aichinger<\/em> wurde in Kooperation mit dem \u00d6sterreichischen Filmmuseum realisiert.<\/p>\n<p>Zum <a href=\"http:\/\/filmmuseum.at\/jart\/prj3\/filmmuseum\/main.jart?rel=de&amp;content-id=1216720898687&amp;schienen_id=1472492526668\">PROGRAMM<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cNichts wird von Zwischenzeiten erwartet. Vielleicht deshalb retten sie, was m\u00f6glich ist: Fetzen im Herbstwind, Filme, die Erinnerung.\u201d &#8211; Ilse Aichinger Das Nachmittagskino wird wohl kaum zum Kontrapunkt des schrillen Mitternachtskinos der 1970er gen\u00fcgen. Der Nachmittag ist gew\u00f6hnlich, unspektakul\u00e4r. Keine Uhrzeit f\u00fcr Superlative, keine, um Programme zu verwirklichen. 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